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Der eSport hat sich bei der ESL One Cologne seinen Platz unter den beliebtesten Sportarten erkämpft. NACHHALTIGKEIT

Battle am Bildschirm

Electronic Sport ist keine Nischenaktivität mehr. Ganze Stadien füllen sich bereits mit Spielern und Fans und die Gemeinschaft wächst immer noch.

11.000 Besucher täglich vor Ort und insgesamt 27 Millionen Zuschauer über den Live-Streaming-Dienst Twitch. Im August hat sich eSport bei der ESL One Cologne seinen Platz unter den beliebtesten Sportarten erkämpft. 16 internationale Teams haben sich in Counter-Strike: Global Offensive gemessen und ganz nebenbei einen Größen- und Zuschauerrekord aufgestellt.

Das Event in der Lanxess Arena in Köln wurde organisiert von der ESL, der Electronic Sports League. Professionelles Computerspielen ist mittlerweile fast genauso gut strukturiert wie klassische Sportarten – es gibt Ligen, Turniere, Mannschaften und Preisgelder. Der entscheidende Unterschied zum Fußball etwa ist, dass Fußball niemandem gehört, wohingegen Spiele wie Counter-Strike den Unternehmen gehören, die sie entwickelt haben. Das grenzt die sportliche Organisation etwas ein. Dennoch ist der Markt riesig: in der ESL sind über fünf Millionen Spieler und über eine Millionen Teams registriert.

Der enorme Zuwachs an Spielern wie Zuschauern hängt stark mit dem technischen Ausbau zusammen. Immer schnellere Internetleitungen steigern nicht nur das Spielvergnügen, sondern erweitern auch stetig die Zielgruppe. Zeitzonen spielen dabei keine Rolle. Wenn man ein interessantes Spiel sehen will, kann man sich rund um die Uhr dazu schalten. „Das Streamingangebot ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Das ist für die eSport-Szene von Vorteil, weil wir gegenüber potenziellen Sponsoren unsere Reichweite ganz konkret beziffern können, ohne Hochrechnungen wie zum Beispiel im TV“, erklärt Cengiz Tüylü. Er ist CEO von mousesports Ltd. – Deutschlands erfolgreichstem Team.

Die genauen Zuschauerzahlen reizen nicht nur mögliche Investoren. ESport kommt dem Mainstream immer näher. Das erkennen auch Websites wie Sport1.de und kicker.de, die beide inzwischen einen eigenen Bereich für Nachrichten aus der digitalen Spieleszene eingerichtet haben. Trotz der überzeugenden Zahlen und den unübersehbaren strukturellen Parallelen zu altbekannten Sportarten, ist eSport noch von keinem offiziellen, nationalen Gremium anerkannt worden. Tüylü sieht darin aber keinen großen Nachteil: „Wenn die Zahl der aktiven Spieler und der Zuschauer wie zu erwarten weiter so stark wächst, wird es am Ende nur noch reine Formsache sein, eSport als offizielle Sportart anzuerkennen. Spieler, Teams und die Industrie arbeiten aber nicht auf einen Platz bei Olympia hin. Das Spielen steht im Mittelpunkt und aktuell werden Sponsoren auch so auf die Branche aufmerksam.“

An Spielernachwuchs mangelt es nicht. Der Reiz, sich international in seinem Lieblingsspiel zu messen und dafür auch noch bezahlt zu werden, ist unvergleichlich. „Wenn man sich mit den besten Teams der Welt in gigantischen Stadien messen darf und von tausenden Fans bejubelt wird, erfüllt das einen mit Ehrfurcht und Stolz. Dann noch zu gewinnen und diesen Moment mit seinem Team zu teilen, ist grandios und nicht zu imitieren“, weiß Pro-Gamer Johannes „nex“ Maget aus eigener Erfahrung. Diese Begeisterung bei Profis und Fans wird dafür sorgen, dass eSport in den nächsten paar Jahren noch populärer werden wird.

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Journalist

Angela Ölscher

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