Weekly News

Dr. Maximilian Schenk, Geschäftsführer des BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware NACHHALTIGKEIT

Der verhinderte Champion – Dr. Maximilian Schenk

„Mittlerweile spielt fast jeder zweite Deutsche digitale Spiele.“

Computer- und Videospiele haben in den vergangenen Jahren auch in Deutschland eine beachtliche Entwicklung vollzogen. Mittlerweile spielt fast jeder zweite Deutsche digitale Spiele – und das über alle Altersgruppen und soziale Schichten hinweg. Spiele haben immer neue Plattformen erobert und diese technologisch vorangetrieben. Viele Industrien setzen Technologien aus der Computer- und Videospielbranche ein: von Netzwerk- und Cloud-Technologien über künstliche Intelligenz bis hin zu Anwendungen für Industrie 4.0. Computer- und Videospiele haben sich zu einer kaum vergleichbaren Erfolgsgeschichte entwickelt.

Die deutsche Computer- und Videospielbranche konnte mit dieser Entwicklung in den vergangenen Jahren nur in wenigen Bereichen mithalten – obwohl die Umsätze in Deutschland stets deutlich gewachsen sind. Lediglich 7 Prozent der hierzulande verkauften Spiele wurden auch in Deutschland produziert. Dabei lag der Anteil vor wenigen Jahren noch deutlich höher. Der Grund: Im Vergleich zu den internationalen Hotspots der Spiele-Entwicklung wie Kanada, Großbritannien oder auch Skandinavien sind die Rahmenbedingungen hierzulande nur wenig konkurrenzfähig.

Eines der größten Hindernisse, außer der fehlenden Förderung von Spiele-Projekten auf Bundesebene, ist der Fachkräftemangel. Erst sehr spät sind staatliche Universitäten und Hochschulen mit entsprechenden Ausbildungs-Angeboten gestartet. Zudem fand nur wenig Austausch zwischen den Ausbildungsstätten und Unternehmen statt, sodass die Abgänger häufig nicht die Anforderungen des Arbeitsmarktes erfüllt haben. Problematisch sind hierzulande auch die hohen bürokratischen Hürden bei der Anwerbung internationaler Experten. Anders als bei formalen Bildungsabschlüssen wird das im Beruf erlangte Wissen, das in der noch jungen und sich rasch wandelnden Branche eine besondere Rolle spielt, von deutschen Behörden nicht anerkannt. Hinzu kommt: Die Blue Card schon vom Ausland aus zu beantragen, ist schlicht nicht möglich. Diese Herausforderungen machen die Anwerbung von Arbeitnehmern außerhalb der EU für einzelne Unternehmen zur Geduldsprobe ohne Erfolgsgarantie.

Nur wenn der Bedarf nach Fachkräften bedient werden kann, können auch deutsche Unternehmen der Computer- und Videospielbranche von der beachtlichen Entwicklung des Mediums profitieren – hierzulande wie auch international!

Fakten


Teile diesen Artikel

Journalist

Vorwort Verfasser

Weitere Artikel