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Weltweit wird die Lagerung von Gefahrstoffen anders gehandhabt – oft mit zu niedrigem Sicherheitsstandard. UMWELT

Gefahrstoffe im Arbeitsalltag – höchste Sicherheit erbeten

Um Mensch und Umwelt bestmöglich vor den Risiken im Umgang mit Gefahrstoffen zu schützen, gibt es gesetzliche Vorgaben und zertifizierte Produkte für sicheres Handling und Lagerung.

In der modernen Arbeitswelt sind chemische Stoffe häufig ein wichtiger Bestandteil in zahlreichen Fertigungsprozessen. Sie werden auf vielfältige Weise produziert und kommen in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen, Konzentrationen und Gebindegrößen in fast allen Arbeitsbereichen und Industriezweigen, aber auch im privaten Bereich, vor.

Erst die Möglichkeit zur direkten Lagerung von Gefahrstoffen am Arbeitsplatz macht viele Prozesse effizient, daher ist heute in Deutschland eine dezentrale Lagerung von Chemikalien (oft mit hohem Gefährdungspotenzial) Stand der Technik. Um Mensch und Umwelt bestmöglich zu schützen, verlangt der Gesetzgeber einen ordnungsgemäßen Umgang und vor allem eine sichere Lagerung von Gefahrstoffen am Arbeitsplatz. Die dafür vorgeschriebenen Anforderungen sind in Deutschland in diversen unterschiedlichen Gesetzen, Verordnungen und Technischen Regeln festgehalten.

In anderen Ländern wird die Lagerung von Gefahrstoffen anders gehandhabt. Weltweit gibt es dazu viele unterschiedliche Ansätze und Konzepte. Im schlimmsten Falle erhält das Thema Arbeitssicherheit im Umgang mit Chemikalien heute so gut wie keine Beachtung. Umso wichtiger ist es mittelfristig, weltweit einheitlich hohe Sicherheitsstandards anzustreben.

Wie unterschiedlich die weltweiten Sicherheitsstandards sind, zeigen z. B. Vergleichstests von Schränken, welche für die Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten genutzt werden. Unter gleichen Bedingungen wurden dabei auf einem Testgelände in Finnland ein einwandiger Stahlblechschrank, ein Sicherheitslagerschrank gemäß amerikanischem FM-Standard 6050 und ein Europäisch normierter Sicherheitsschrank unter realen Brandbedingungen getestet. Alle Schränke enthielten dieselben alltäglichen Gefahrstoffe: 24 Spraydosen und 4 Liter Benzin. Das Testresultat zeigt die gravierenden Unterschiede zwischen den Sicherheitsstandards – so explodierte der Blechschrank bereits nach kurzer Zeit, der doppelwandige FM-Standardschrank versagte ebenfalls sehr schnell. Genug Zeit, um Evakuierungs-, Lösch- und Rettungsmaßnahmen einzuleiten, bleibt bei diesen Schränken kaum. Nur der DIN EN-Sicherheitsschrank, der im Test 87 Minuten den extremen Bedingungen standhielt, bietet Zeit für Evakuierungs- und Löschmaßnahmen.

Eine optimale Lösung, die hierzulande geltenden gesetzlichen Anforderungen zur Gefahrstofflagerung umzusetzen, ist der Einsatz von Sicherheitsschränken gemäß Europäischer Norm DIN EN 14470-1. Denn zur Lagerung brennbarer Stoffe sieht der Europäische Standard eine Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 Minuten vor – das ist höchstes Sicherheitsniveau weltweit. Zudem schützen sie vor der schnellen, unkontrollierbaren Ausweitung eines Brandes und erfüllen somit wichtige Anforderungen an den Brandschutz. So können bei Bränden im Labor, in Industrieanlagen oder auch in Handwerksbetrieben, Personen sicher das Gebäude verlassen und Rettungskräfte das Feuer bekämpfen.

Fakten

Fakten

Wichtige Gesetze, Verordnungen und Technische Regeln, die den korrekten Umgang mit gefährlichen Stoffen in Deutschland konkretisieren:

• TRGS – Technische Regeln für Gefahrstoffe

• ArbStättV – Arbeitsstättenverordnung

• BetrSichV – Betriebssicherheitsverordnung

• GefStoffV – Gefahrstoffverordnung

• ChemG – Chemikaliengesetz

• BGI 850-0 – Sicheres Arbeiten in Laboratorien

• TRG – Technische Regeln für Gase

• TRBS – Technische Regeln für Betriebssicherheit

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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