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Heilungschancen bei Hautkrebs durch Automatisches Total Body Mapping

Die Hautkrebsrate in Deutschland steigt. Dabei ist eine Vorsorge einfach und dauert mit dem Automatischen Total Body Mapping nur wenige Minuten.

Mal richtig Sonne tanken. Das fühlt sich für den Körper nicht nur gut an, sondern hilft auch, einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen. Wer jedoch mit einem Hautarzt spricht, dem wird sofort geraten, das ungeschützte Sonnenbad zu vermeiden. Zu groß ist die Gefahr, in späteren Jahren an einem Hautkrebs zu erkranken. Das klingt erst einmal dramatisch. Doch die Warnungen der Ärzte werden durch zahlreiche Studien aus der ganzen Welt belegt.

In Deutschland erkranken jährlich rund 22 000 Menschen am malignen Melanom, der bösartigsten Form des Hautkrebses. „Wir beobachten in den letzten Jahren einen stetigen Anstieg an weißem und schwarzem Hautkrebs sowie den jeweiligen Vorstufen“, bestätigt Frank Karches, niedergelassener Hautarzt in Hannover. Und immer mehr jüngere Menschen sind betroffen. Insbesondere bei jungen Frauen unter 35 Jahren wird eine Zunahme beobachtet. Die größten Risikofaktoren sind übermäßige Sonnenbestrahlung und erbliche Vorbelastung.


Dr. Frank Karches ist seit 1998 in Hannover niedergelassener Hautarzt und Mitinhaber von zwei Hautarztpraxen.

Hautkrebs kann sich aus bestehenden Muttermalen entwickeln. „Auch das allerkleinste Muttermal kann auffällig sein. Deshalb ist eine Komplettuntersuchung zwingend notwendig“, so Karches. Die Mehrzahl der Melanome entsteht jedoch auf zuvor unauffälliger Haut. Deshalb ist es wichtig, neu auftretende Muttermale rechtzeitig zu entdecken. 

Die Hautkrebsvorsorge sollte einmal pro Jahr erfolgen, empfiehlt Karches. „Risikopatienten mit vielen Muttermalen oder einem schwarzen Hautkrebs in der Familie sehen wir häufiger und empfehlen zusätzlich apparative Verfahren für die Dokumentation.“ Die frühestmögliche Erkennung von Hautveränderungen ist entscheidend, da die Heilungschance in frühen Stadien bei 100 Prozent liegt.

Mit der Two-Step-Methode, einer Kombination aus Ganzkörperfotografie, dem sogenannten Automatische Total Body Mapping (ATBM), und digitaler Dermatoskopie, können mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bösartige Hautveränderungen frühzeitig festgestellt werden.

Wundheilung – lernen vom Axolotl?

Das ATBM-Verfahren dokumentiert und analysiert die komplette Hautoberfläche in wenigen Minuten und visualisiert Hautveränderungen, die für das Auge kaum wahrnehmbar sind. So können Hauttumore frühestmöglich diagnostiziert werden. Es werden Aufnahmen der gesamten Hautoberfläche erstellt und gespeichert. Bei den regelmäßigen Kontrollen vergleicht ein Programm automatisch die Fotos mit Bildern der letzten Untersuchung und markiert neue und veränderte Muttermale. Mit einem Video-Dermatoskop werden dann atypische und veränderte Muttermale zusätzlich aufgenommen, gespeichert und analysiert. Das sorgt für eine doppelte Sicherheit. „Die mikroskopische Verlaufskontrolle hilft, das Herausschneiden von Muttermalen zu reduzieren. Es geht schnell, ist völlig schmerzfrei und die Methode erklärt sich von selbst“, so Hautarzt Karches.

Die Leistung wird von den privaten Krankenkassen übernommen. Patienten, die in einer gesetzlichen Kasse versichert sind, zahlen die Untersuchung mit dem Automatischen Total Body Mapping-Verfahren selbst. Ärzte haben im Rahmen der Gebührenordnung einen Spielraum. Dabei kommt es auf verschiedene Faktoren an, wie z. B., ob ein Patient viele oder wenige Muttermale hat. Dies spiegelt sich in einer höheren oder niedrigeren Rechnung wider.

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Journalist

Helge Stroemer

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