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Rainer Glatz, Geschäftsführer der Fachverbände Elektrische Automation und Software im VDMA e.V. FORTSCHRITT

Industrie 4.0 ist angekommen – Rainer Glatz

„Industrie 4.0 wird nur funktionieren und erfolgreich sein, wenn sie konkret umgesetzt wird.“

Industrie 4.0 als Abkürzung für die vierte industrielle Revolution ist inzwischen zu ei-nem richtigen Hype geworden. Dies zeigt sich an einer Vielzahl von Forschungsprojekten, Veranstaltungen, Studien, Publikationen oder Gremien zu diesem Thema. Intelligenter, vernetzter, individueller, effizienter, schneller – so lauten nur einige Versprechen dieses neuen Zeitalters. Gerade für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau wird ein gewaltiges Potenzial prognostiziert – sowohl für Anbieter als auch für Anwender neuer Technologien rund um Industrie 4.0.

Trotz aller Euphorie existieren viele ungelöste Fragen und Unsicherheiten hinsichtlich einheitlicher Rahmenbedingungen. Außerdem ist nicht klar, wo die Unternehmen bei der Umsetzung von Industrie 4.0 wirklich stehen, ob sie sich nur informieren oder bereits konkrete Entwicklungen und Projekte angestoßen haben. Zu Klärung dieser Fragen hat die Impuls-Stiftung des VDMA eine Studie zur Untersuchung der „Indust-rie 4.0-Readiness“ des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus in Auftrag gegeben. Die erst kürzlich veröffentlichten Ergebnisse sind ermutigend:

• 9 von 10 Maschinenbauunternehmen sehen deutliche Chancen,

sich mit der vernetzen Produktion am Markt zu differenzieren.

• Knapp 60 Prozent der Unternehmen im Maschinenbau befassen sich mit In-dustrie 4.0, davon rund ein Drittel intensiv.

• Etwa 6 Prozent der Unternehmen sehen sich als Industrie 4.0-Pioniere, weite-re gut 18 Prozent haben als Einsteiger erste systematische Maßnahmen getroffen.

• Wer mit der Vernetzung und Digitalisierung der Produktion beginnt, ist vom wirtschaftlichen Nutzen überzeugt.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen, dass Industrie 4.0 im Markt angekommen ist und als Chance wahrgenommen wird. Industrie 4.0 wird aber nur funktionieren und erfolgreich sein, wenn sie konkret umgesetzt wird.

Die nachfolgenden Beispiele machen deutlich, dass gerade in der Automatisierungstechnik intensiv an Industrie 4.0-fähigen Produkten und Lösungen gearbeitet wird. In einem evolutionären Prozess werden dabei wichtige und unverzichtbare Bausteine für die Realisierung intelligenter und smarter Fabriken geschaffen.

Auch wenn wir damit rechnen müssen, dass entsprechend dem Gardner-Hype-Cycle die Euphorie um Industrie 4.0 auch wieder abklingen kann, ist der eingeschlagene Weg unumkehrbar.

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