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Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 2,08 Milliarden Getränkedosen verkauft. FORTSCHRITT

Innovationen und Investitionen sichern die Rohstoffzukunft

In den letzten zehn Jahren haben Hersteller und Handel hohe Investitionen getätigt, um den Wertstoffkreislauf bei bepfandeten Einweggetränkeverpackungen effizient zu gestalten.

Es gibt kaum eine Großveranstaltung in Deutschland, auf der es keine professionellen Dosen- und Flaschensammler gibt. Dies ist den Tatsachen geschuldet, dass bei den meisten Veranstaltungen auf Grund der Bruchsicherheit nur noch Dosen und PET-Flaschen erlaubt sind und diese zum größten Teil in ein Pfandsystem eingebunden sind. Das Pfand wiederum sorgt dafür, dass die Behältnisse zurück in den Wertstoffkreislauf gelangen und dies inzwischen zu 98,5 Prozent.

Recycling ist nicht nur aus ökologischer Sicht zu befürworten, sondern rentiert sich auch aus ökonomischer Perspektive. Das treibt Industrie und Wissenschaft an und fördert die Entwicklung von Innovationen. PET-Einwegflaschen zum Beispiel sind in den vergangenen zwölf Jahren wesentlich leichter geworden, was sich auf Material-, Herstellungs- und Logis-
tikaufwand auswirkt. Das Unternehmen Rhenus PET Recycling GmbH hat Ende April eine neue Aufbereitungsanlage in Betrieb genommen, deren Ausstattung zu den modernsten in ganz Europa gehört. Auf dem 2,5 Hektar großen Gelände in Hamburg können jetzt jährlich 20.000 Tonnen PET-Flakes hergestellt werden, die entweder wieder zu Flaschen werden oder zu anderen Verpackungen und Textilfasern. Im Aufbereitungsprozess werden andere Stoffe, wie Reste von Etiketten und Verschlusskappen, ebenfalls gesammelt und verwertet. Um nicht nur die Materialressourcen zu schonen, sondern auch die Energiebilanz zu verbessern, befindet sich auf dem Gelände ein eigenes Blockheizkraftwerk und das für den Prozess verwendete Wasser wird aufbereitet und wieder eingesetzt. Der Wertstoff PET feiert in diesem Jahr den 75. Geburtstag. Anfang der 70er Jahre wurde die erste PET-Flasche entwickelt und seither permanent verbessert. Sie unterliegen so strengen gesetzlichen Herstellungsvorgaben, dass sogar Babynahrung ohne gesundheitliche Bedenken in PET-Behältnissen verkauft werden darf.

Auch der Aluminiumkonzern Hydro weiß um die Wichtigkeit des Themas Wiederverwertung und hat 45 Millionen Euro in eine neu konzipierte Recyclinganlage für Getränkedosen investiert. Das Werk in Neuss kann mit einer patentierten Sortiertechnik auch Aluminium mit bis zu 20 Prozent Verunreinigung verarbeiten. Diese Technik wurde vom unternehmenseigenen Forschungszentrum entwickelt. Jährlich 50.000 Tonnen gebrauchte Getränkedosen sollen an dem neuen Standort zurück in das System geleitet werden. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 2,08 Milliarden Getränkedosen verkauft. 

Von dem Einbruch nach der Einführung des Einwegpfands erholt sich der Markt langsam, aber stetig. Zurecht, denn Dosen verloren durch Innovationen des Herstellungsprozesses von 2002 bis 2013 ebenfalls an Gewicht. Die Firma Hydro investiert in all seinen Geschäftsbereichen in Neu- und Umbauten seiner Anlagen und plant, bis 2020 klimaneutral zu werden.

Durch das Pfandsystem haben sich in Deutschland zwei gleichberechtigte Wertstoffkreisläufe bei Einweg und Mehrweg etabliert, forciert durch die Pfandlösung für Einweg-Getränkeverpackungen vom Januar 2003 und durch die Einführung des DPG-Systems im Mai 2006. Diese politischen Maßnahmen haben ihren umweltfreundlichen Entstehungswunsch vollends erfüllt. Die Gewichtsreduktion der Gebinde hat nicht nur Convenience Vorteile, sondern trägt aktiv zur CO2-Einsparung, Rohstoffschonung und Abfallvermeidung bei.

Um die Umwelt zu schonen, den Rohstoffverbrauch zu senken und Deutschland als Vorreiter von Innovationen voranzubringen, ist die ständige Weiterentwicklung der Recyclingkultur und die Schließung des Wertstoffkreislaufs essentiell. Neue Technologien zur Optimierung der Verpackungen und besonders zum energie- und ressourcenschonenden Recycling werden in der Zukunft die Impulsgeber der Branche sein.

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Journalist

Angela Ölscher

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