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An der Bar oder auf einer Farm aushelfen bringt Bares für Lebenshaltungskosten, Unterkunft, Sprachkurs und weitere wichtige Sachen, die das Leben im Ausland lebenswert machen. KARRIERE

Noch mal weg, bevor es ernst wird

Ein Gap Year als ideale Überbrückung zwischen zwei Lebensabschnitten wird auch in Deutschland immer beliebter. Doch ob Praktikum, Work & Travel oder FSJ: frühzeitige Organisation ist wichtig.

Ob drei Monate oder länger als ein Jahr – Ziel, Dauer und Art des Gap Year sind genauso individuell wie die Menschen, die neue Erfahrungen machen möchten.

Bevor es mit dem Ernst des Lebens losgeht, möchten viele noch ein (vielleicht) letztes Mal eine Auszeit nehmen und ein anderes Land kennenlernen. Diesen Zeitraum zwischen zwei wichtigen Lebensabschnitten nennt man im Englischen Gap Year, wörtlich übersetzt „Lücke Jahr“. Das bedeutet jedoch keineswegs, monatelang nur am Strand zu liegen, vielmehr geht es in der Tat darum, Neues auszuprobieren und seinen Horizont zu erweitern. Oft sind es die glücklichen Monate nach dem Abitur, in denen der Aufbruch in die Ferne lockt. Doch auch zwischen Bachelor und Masterstudium ist eine gute Zeit dafür, ebenso wie nach Abschluss des Studiums oder der Berufsausbildung. Selbst bei Studienabbruch ist eine sinnvolle Nutzung der „Zeit danach“ niemals verkehrt und sorgt nicht nur für neues Selbstbewusstsein, sondern macht sich grundsätzlich gut im Lebenslauf.

Ob drei Monate oder länger als ein Jahr – Ziel, Dauer und Art des Gap Year sind genauso individuell wie die Menschen, die neue Erfahrungen machen möchten. Als regelrechter Klassiker gilt nach wie vor ein Au-Pair-Aufenthalt, bei dem vorzugsweise Mädchen in einer ausländischen Familie die Kinder betreuen, Fahrdienste leisten und kochen. Dabei lernt man neben der Landessprache auch viel über die jeweilige Kultur.

Wer in seinen möglichen zukünftigen Beruf schnuppern möchte, dem sei ein Praktikum ans Herz gelegt – dem oftmals gleich danach ein zweites folgt, weil es solchen Spaß macht. Student Philipp Loick war nach seinem Gap Year bei Bertelsmann so begeistert, dass er das Masterstudium jetzt verschiebt und bei dem Verlagsunternehmen fest anfängt. „Auch das ist ein großes Plus des Gap-Year Programms: Die Öffnung neuer Perspektiven, die ich vorher nicht in Erwägung gezogen hatte.“

Steht das Land und nicht der Inhalt an erster Stelle, ist dagegen ein Work & Travel-Aufenthalt perfekt. Ob an einer thailändischen Strandbar Drinks mixen oder beim Farmer in Australien Zäune reparieren – Hauptsache, man bekommt Bares. Denn ein Gap Year ist meistens nicht gerade billig: In vielen Weltstädten sind die Mieten selbst für das winzigste Zimmer horrend und die Lebenshaltungskosten hoch. Auch Flug, Besuch eines Sprachkurses und Kommunikation kosten. Frühzeitige Planung ist also auch aufgrund der erforderlichen Liquidität vonnöten. Zur Einreise verlangen viele Länder ein Visum sowie einen gültigen Reisepass, zudem sind teilweise Nachweise über finanzielle Reserven und Impfungen erforderlich.

Und wenn man nun aber Deutschland ungern verlassen will? Dann sollte man sich um ein freiwilliges soziales Jahr kümmern oder über ein Studium Generale nachdenken. Ersteres schult vor allem fürs Leben, zweites bereitet auf die Uni vor.

Fakten

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Private Anbieter wie Raleigh International, Education First und i-to-i bieten Freiwilligendienste an. Bachelorabsolventen können sich bei einem Programm von Allianz, Bertelsmann, Henkel und McKinsey bewerben. Infos dazu gibt es hier: www.gapyear-programm.de

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Journalist

Katja Deutsch

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