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Dr. Thomas Kremer, Vorstandsvorsitzender von Deutschland sicher im Netz e.V. FORSCHUNG

Denn Sicherheit kommt von Verantwortung!

Wir befinden uns mitten in der Digitalisierung, die Menschen, Maschinen und Geräte miteinander vernetzt. Großartige Chancen ergeben sich dadurch: Mehr Sicherheit im Straßenverkehr, zum Beispiel durch selbststeuernde Autos, oder die Übernahme von lästigen Aufgaben durch Maschinen, die miteinander vernetzt werden. Voraussetzung einer erfolgreichen Digitalisierung ist allerdings das Vertrauen der Menschen in Datenschutz und Sicherheit der neuen Dienste: Politik, Unternehmen und die Anwender selbst können dazu einen entscheidenden Beitrag leisten.

Mit der Digitalisierung steigt das Risiko für Verbraucher und Unternehmen, Opfer digitaler Angriffe zu werden. Die wirtschaftlichen Schäden durch Cyberangriffe werden von deutschen Unternehmen auf jährlich über 50 Milliarden Euro beziffert. Richtig ist aber auch: Vier von fünf Cyberangriffen sind bereits durch einfache Schutzmaßnahmen aufzuhalten. Deshalb brauchen wir eine Digitale Aufklärung 2.0, die den Anwender in den Mittelpunkt einer Debatte um IT-Sicherheit rückt.

Um Unternehmen, Verwaltungen und Bürger für digitale Innovationen zu begeistern, müssen sie im sicheren Umgang mit dem Internet befähigt werden – im Sinne eines digital souveränen Anwenders. Dieser Prozess ist kein Selbstläufer und erfordert starkes Engagement von allen Seiten. Denn die Reaktion auf die öffentlichen Diskussionen über Sicherheitsvorfälle wie den Hacker-Angriff auf den Deutschen Bundestag zeigen: Die Gefahrendebatte allein führt noch keineswegs zu mehr IT-Selbstschutz, sondern verstärkt eher einen gewissen Fatalismus, nach dem Motto: „Bringt doch eh nichts“. Klar ist damit: Digitale Aufklärung geht uns alle an! Die Politik trägt Verantwortung, um Ansprüche an IT-Sicherheit in die richtigen Bahnen zu lenken. Die Wirtschaft trägt wesentlich dazu bei, dass digitale Technologien sicher und einfach handhabbar werden. Aber ein wesentlicher Faktor darf nicht unterschätzt werden: der Mensch und Unternehmer als Akteur für IT-Sicherheit. Die beste Technologie scheitert und jedes Gesetz wird zur Makulatur, wenn die Anwender selbst Tür und Tor für Angriffe öffnen. Deshalb ist es so wichtig, dass Nutzer beispielsweise einen aktuellen Virenschutz verwenden und das Betriebssystem immer auf dem aktuellen Stand halten.

Wir bei DsiN setzen daher auf eine Vielzahl von professionellen Aufklärungsangeboten wie Workshops, Online-Seminare oder unsere Sicherheitsapp „SiBa“, die auf die Bedürfnisse der ganz unterschiedlichen Verbrauchergruppen eingehen – eine Bündelung bestehender Initiativen und den Dialog mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Erst im Zusammenwirken aller Akteure steigt die Chance für echte IT-Sicherheit als Basis für Vertrauen in die Digitalisierung.

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Dr. Thomas Kremer

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