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96 Prozent der Unternehmen erlauben inzwischen nach einer Erhebung des Speichermedien-Herstellers Imation mobiles Arbeiten. FORSCHUNG

Sicherheitsrisiken

Mobiles Arbeiten mit dem Smartphone oder dem Tablet wird immer beliebter. Unternehmen und Mitarbeiter unterschätzen aber die Sicherheitsrisiken.

Eben mal vom Café aus die Dienst-Emails checken, vom Homeoffice auf Projektdaten des Unternehmens zugreifen oder direkt beim Kunden dessen Daten in die Firmencloud eingeben: Mobiles Arbeiten ist praktisch, effizient und wird bei den Angestellten immer beliebter, weil es mehr persönliche Freiheit bringt. 96 Prozent der Unternehmen erlauben inzwischen nach einer Erhebung des Speichermedien-Herstellers Imation mobiles Arbeiten. Ein Trend mit Zukunft in Zeiten, in denen Individualität gefragt ist wie nie.

Das Problem: Um die Sicherheit der Firmeneigenen Daten sieht es düster aus. 67 Prozent der Chefs glauben, dass ihre Mitarbeiter die Sicherheitsvorkehrungen missachten, wenn sie außerhalb des Büros auf Firmendaten zurückgreifen. Und 79 Prozent der von Tele-Trust, dem Bundesverband IT-Sicherheit, befragten Sicherheitsbeauftragten von Unternehmen sind auf einen Cyber-Angriff nicht vorbereitet. Das kann irreparable Schäden für die Firma zur Folge haben: Kundendaten sind gehackt, Firmengeheimnisse gestohlen, Forschungsergebnisse liegen bei der Konkurrenz.

Viele Mitarbeiter machen sich keine Gedanken darüber, dass sie unterwegs ständig von Gefahrenquellen umgeben sind. So kann sich ein öffentlicher WLAN-Hotspot für Hacker als Einfallstor auf das Smartphone erweisen, ebenso kann die Cloud, die das Unternehmen benutzt, unsicher sein. Und ein schlecht geschütztes gestohlenes Gerät kann sich als Goldgrube für den Dieb herausstellen. Viele laden sich sogar ganz freiwillig die Gefahr auf ihr mobiles Gerät. Denn immer öfter heißt das Zauberwort „Bring your own device“ – der Angestellte nutzt sein privates Gerät für geschäftliche Zwecke, weil er dann nicht mit zwei Smartphones herumhantieren muss.

„In diesem Fall wird Persönliches und Dienstliches vermengt. Dadurch können große Sicherheitslücken entstehen. Smartphones könnten zum Beispiel abgehört oder Emails von Unbefugten mitgelesen werden“, so Swenja Kremer, Leiterin des Arbeitskreises Mobile Security bei Teletrust. Gerade auch die beliebten Apps sind ein Einfallstor aufs Smartphone. „Wenn man sie herunterlädt, stimmt man meistens zu, dass der Betreiber Zugriff auf Kontakte, Fotos, Kalender und anderes bekommt. Dadurch bekommen möglicherweise solche Personen, die nichts Gutes wollen, Einblick in diese Daten – auch in die dienstlichen.“

Hilflos ausgeliefert sind Unternehmen und ihre Angestellten Cyber-Attacken aber nicht. Betreiber bieten heute ganze Sicherheitspakete an, um sich zu schützen. Aber Achtung: Die installierten Sicherheitsprogramme müssen zu jeder Zeit auf dem neuesten Stand der Bedrohung sein. Sonst taugt das beste Programm nichts. Etwas gibt Swenja Kremer aber auch zu bedenken: „Man muss auch aufpassen, dass man es nicht übertreibt, denn dann ist man zwar sehr sicher unterwegs, kann aber die vielen Vorteile eines Smartphones nicht mehr nutzen, weil man alle hilfreichen Feature eingeschränkt hat.“

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Journalist

Armin Fuhrer

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