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Der häufigste Grund für den Ausfall der Batterie ist unzureichendes Laden. NACHHALTIGKEIT

Wie Bleibatterien länger am leben bleiben

Die Lebensdauer von Bleibatterien lässt sich mehr als verdoppeln, wenn man sie pflegt und regelmäßig kontrolliert. Und das schont auch die Umwelt.

Sie kennen das sicherlich auch! Gerade im Winter haben viele Menschen Probleme damit, ihr Auto zu starten, weil die Batterie streikt. Der häufigste Grund für einen Ausfall der Batterie ist die sogenannte Sulfatierung, die durch unzureichendes Laden der Batterie entsteht.

Problematisch wird die Nutzung der Batterie vor allem dann, wenn sie in entladenem oder teilentladenem Zustand über längere Zeit ruht und nicht aufgeladen wird. Das Bleisulfat, das gleich nach der Entladung in amorpher Form vorliegt, nimmt bei Ladung den Strom vom Ladegerät auf. Nach einiger Zeit der Ruhe, geht die amorphe Form in eine kristalline über. Die Folge: Die „tote“ Masse nimmt keinen Strom mehr auf und die Batterie steht als Energielieferant nicht mehr zur Verfügung. Die Batterie verliert also nach und nach an Kapazität, sie wird „kleiner“ – bis sie irgendwann als defekt gilt. Dabei ist sie eigentlich nur für den definierten Einsatz zu klein geworden. Wenn Batterien aber fachgerecht – also gleich nach dem Einsatz – wieder aufgeladen werden würden, gäbe es das Problem der Sulfatierung nicht. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass das wirklichkeitsfremd ist – und so werden viele tausend Batterien für tot erklärt, die eigentlich nur „im Koma“ liegen.

Der Umwelt schadet dies. Allein in Deutschland werden jedes Jahr etwa 10 Millionen Starterbatterien aus Kraftfahrzeugen entsorgt. Das entspricht etwa 200.000 Tonnen „Schrott“, die entsorgt werden müssen. Dazu kommen noch Millionen Tonnen Bleibatterien aus Elektro-Gabelstaplern, Notstromanlagen oder Solaranlagen. Ganz zu schweigen von den gigantischen Summen an Energie, die für das Einschmelzen benötigt werden.

Dabei ist es gar nicht so schwierig, die Umwelt zu entlasten und dabei auch noch den Geldbeutel zu schonen. Anstatt Bleiakkus über einen längeren Zeitraum teilentladen ruhen zu lassen, empfiehlt es sich zu kontrollieren, ob die Ruhespannung zu niedrig ist – also unter 12,4 Volt liegt. Am einfachsten geht das mit einem Spannungsmesser, mit dem man über den Zigarettenanzünder die Ruhespannung vorzugsweise morgens vor dem Start misst und – falls die Ruhespannung zu niedrig ist – den Akku mit einem kleinen Ladegerät wieder hochpäppelt. Das Gerät gibt es in einer Version sogar mit einem USB-Anschluss, mit dem das Handy während der Fahrt geladen werden kann. Auskunft darüber, ob der Akku den nächsten Kälteeinbruch noch übersteht, erteilt ein kleines Messgerät, das den Kälteprüfstrom misst. Liegt der gemessene Wert mehr als 25 Prozent unter dem angegebenen Sollwert, drohen bei Frosteinbruch Probleme. Außerdem ist es mit einem solchen Gerät möglich, beim Neukauf einer Batterie zu prüfen, ob diese in Ordnung ist.

Ist das Problem einer geschwächten (sulfatierten) Bleibatterie akut, lässt diese sich mit einem Batteriepulser wieder frisch machen. Ein kleines Kästchen, das einfach an der Batterie anzubringen ist, zerstört die Sulfatkristalle und führt sie zurück in eine aktive Masse. Das Gerät, das durch die Lichtmaschine gespeist wird, arbeitet bei jeder Fahrt oder bringt die Batterie beim Nachladen mit einem externen Ladegerät wieder auf Vordermann – und der Nachbar muss keine Starthilfe mehr geben.

Fakten

Fakten

Das Prinzip der wieder aufladbaren Bleibatterie erforschte 1859 der französische Physiker Gaston Planté. Er tauchte zwei verschiedene Bleiplatten in verdünnte Schwefelsäure und legte damit den Grundstein für die noch heute weitestgehend unveränderten Bleibatterien.

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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